Frühförderer sprechen über ICF

Jetzt sind alle Frühförderer der Region auf einem Stand in Sachen ICF-CY. Bei ICF handelt es sich um ein Klassifizierungssystem zur Beschreibung von körperlichen, seelischen, geistigen oder Sinnesbeeinträchtigungen eines Menschen. Es ist kein Diagnoseverfahren. Die Abkürzung steht für International Classification of Functioning, Disability and Health. Es ist ein System, mit dem unterschiedliche Berufsgruppen aus dem Gesundheitswesen die Probleme eines Menschen aus dessen Sicht beschreiben können. Dazu trafen sich jetzt alle Elementar-Leiterinnen der Lebenshilfe und Frühförderinnen aus Wolfenbüttel, Helmstedt und Ostfalen zu einer Fortbildung am Blauen Stein. Außerdem nahmen Gesundheitsamtsärzte an dem Treffen teil. Als Referent brachte der Kinder- und Jugendarzt Prof. Dr. Andreas Seidel von der FH Nordhausen den Lebenshilfe-Mitarbeitern das komplexe Thema anschaulich und lebendig näher.

„Es geht darum, dass alle Berufsgruppen, die mit Kinder mit Beeinträchtigungen arbeiten, langfristig die selbe Sprache sprechen“, erklärt Traute Prüß, Leiterin der Wolfenbütteler Frühförderung. Für Erwachsene hat sich das Codierungs-System ICF dafür etabliert. Für Kinder gilt der Zusatz CY (steht für Children and Youth – also Kinder und Jugendliche). „Wir wollten mit der Veranstaltung bezwecken, dass alle unsere Mitarbeiter auf dem selben Kenntnisstand sind und wir uns gemeinsam mit der Anwendung des ICF-CY beschäftigen können“, so Prüß.

Das System ermöglicht es, Defizite eines Kindes aus der Sicht des Kindes und seiner Familie zu beschreiben. Dies geschieht umfassend. „Wenn ein Kind beispielsweise eine Sprechstörung aufweist, beeinflusst das auch seine Kommunikation mit der Umwelt. Das Kind hat möglicherweise Schwierigkeiten, mit anderen Kindern zu spielen“, verdeutlicht Prüß. Somit sei für dieses Kind auch die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben erschwert. Das ICF-System ermöglicht den Frühförderern zudem, den Bedarf eines Kindes und Förderziele besser zu beschreiben und mit den Eltern und anderen Berufsgruppen abzustimmen.

Die Veranstaltung wurde von den Teilnehmern positiv aufgenommen und gab den Mitarbeitern der unterschiedlichen Standorte der Lebenshilfe Gelegenheit sich aus zu tauschen.

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